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Schloss Friedrichstanneck

Aktualisiert: 15. Juli 2023

Regionales Denkmal - Nationale Tragödie

Schloss Ruine Friedrichstanneck

Das historische Gebäude wurde 1542 erstmals urkundlich als Rittergut erwähnt. Damals stand in Tannek ein gutswirtschaftliches Vorwerk. Schloss Friedrichstanneck ist somit bald ein halbes Jahrtausend alt. Über die Jahrhunderte hattes es zahlreiche Besitzer.


Zunächst im Bürgertum beliebt, bewohnten ab dem 18. Jahrhundert mehrere Adelsgeschlechter das Schloss. Unteranderem Sophie Marie von Hessen-Darmstadt die Witwe des Herzogs Christian von Sachsen-Eisenberg.


1750/1 wurde das eigentliche Schloß durch den Umbau der vorherigen Bauten errichten. Von 1756 bis 1799 war es im Besitz von Prinzen Johann Adolf von Sachsen-Gotha-Altburg, der es nach seinem Tod seiner Tochter vererbte.


Ab 1898 war es im Besitz der aus Halle stammenden Verleger-Familie von Schrödel-Siemau in deren Besitz zwischen 1904 und 1910 mehrere Um- bzw. Ausbauten des Schlosses erfolgten.

1949 wurde die letzte Eigentümerin durch die Bodenreform enteignet. Im Schloss wurden in den folgenden Jahren verschiedene Unternehmen betrieben. Unter anderem zog ein Kreisheimatmuseum ein, gefolgt von der Gesellschaft für Sport und Technik, einem Jugendclub und später einer Kita.

Der Schlosspark wurde als Freilichtkino genutzt und das historische Teehaus wurde zum Kiosk umfunktioniert.


Nach der Wiedervereinigung stellte die Erbengemeinschaft, die Familie Kühn von Burgsdorff, einen Antrag auf Rückübertragung. Auf Grundlage einer Stiftungsurkunde erhielten diese ein Wohnrecht im Erdgeschoss, in 2 Räumen des 1 OG., und ein Grundstück mit Kutscherhaus in unmittelbarer Nähe zum Schloss zurück.


Im Zug der Wiedervereinigung wurden das Schloss und seine restlichen Anlagen dem Besitz der Eisenberger Wohnungsgesellschaft ( EWG) zu geordnet, womit das Drama seinen Lauf nahm.


1996 zogen die letzten Bewohner aus dem Gebäude aus, seitdem steht das Schloss leer.


Seit einem viertel Jahrhundert ist das Schloss im Besitz der EWG, doch wurden von ihr weder Notsicherungsmaßnahmen durchgeführt, noch angemessene Versuche unternommen, das Objekt zu vermarkten. Zeigt sich doch mal ein Investor Interesse, winkte dieser schnell wieder ab, sobald das Wohnrecht der Familie Kühn von Burgsdorff zur Sprache kam.


Leerstand, Vandalismus, ein marodes Dach und zerstörte Fenster - es wird höchste Zeit, dass sich etwas tut im Schloss Friedrichstanneck. Bereits seit 2015 steht das Schloss nämlich auf geborgter Zeit. Die Denkmalschutzbehörde hat den Abriss bereits - unter Auflagen der Dokumentation - vor Jahren genehmigt.

 

Bild: Claudia Sadewasser, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

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